Die Eremiten der Staffelberg-Klause

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Heilige Orte dienten seit Mitte des 17. Jahrhunderts Männern als Rückzugsort, die ihr Leben Gott, dem Allmächtigen in Gebet und Einsamkeit weihten. Nach dem Beispiel der Heiligen Schrift wollte man als Eremit* leben, wie Johannes der Täufer, der Prophet Elias oder der Heilige Hieronymus, nämlich der Gemeinschaft einer Familie, eines Ordens oder Dorfes entfliehen und in Askese für die Sünden der Mitmenschen beten.

Eremiten

 
1696
Daniel Schmidt
(1656-1726)
 
1726
Jakob Heß
(1694-1766)
 
1766-1767
Hans Georg Semmelmann
Bruder Petrus
(1729-1787)
 
1767-1769
Melchior Friedrich Reuther
Bruder Konrad
(1724-1797)
 
1768-1771
Philipp Pfeiffer (Pfefer/Pfeffer)
Bruder Arsenius
(* 1714)
 
1772-1787
Johann Thomas Walther
Bruder Ivo
(1745-1826)
 
1788-1811
Johann Georg Baierlipp
(um 1734-1811)
Kirchner
 
1812-1816
Erhard Roßenflieger
 
1816-1822
Franz Holzner
 
vor 1842-nach 1845
Matthäus Dreßel
 
vor 1854-nach 1855
Nikolaus Weis
(1770-1858)
 
1857-1897
Johann Hennemann
Bruder Ivo
(1824-1900)
 
1897-1913
Stefan Alois Kempf
Bruder Antonius
(1853-1917)
 
1913
Bruder Augustin
Keller
 
1913-1925
Bruder Valentin Mühe
(1873-nach 1925)
 
1925
Heinrich Bayer
1925-1929
Eduard Baier
Bruder Heinrich
(1871-1929)
 

Klausenwirte

 
1929-1948
Baptist Freitag
 
1948-1968
Josef und Anneliese Dinkel
 
1968-1969
Heinz und Nelly Dietz
 
1969-1979
Heinrich und Gerdie Wiesmann
 
seit 1979
Hilde und Alois Schmitt
Gottfried und Gertraud Schmitt
 

Ivos Einzug in die neue Klause

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    Was ruft das freud’ge Menschenleben
Heut auf dem Staffelberg hervor?
Was ist es, daß so froh erheben
Die Sänger ihren Jubelchor?
Warum erschallt so lieblich heute
Des kleinen Glöckleins klarer Klang?
Wem gilt des Volkes lautere Freude,
Der weihevolle Festgesang?

Dir Klausner, soll das Lied erschallen,
Das heut’ vom Berg zu Tale dringt
Und in des Kirchleins hehren Hallen
So wonnevoll im Ohr erklingt.
Dem neuen Heim, das Menschenliebe
Und frommer Sinn dir ließ erstehn,
Ertönt dies Lied, daß hier verbliebe
Des Himmels Segen, Gottes Weh’n.

    Erhör’ ihn, Herr, wenn er bedenkend
Die Sorgen, Nöten dieser Welt,
In deren Leiden sich versenkend,
Gebet-Erbauungsstunden hält,
In seiner Zelle tiefem Frieden
In härenem Kleid andächtig kniet
Und voll Vertrauen von hinieden
Im Geist in’s bessere Jenseits sieht!

Nun zieh in deine Klause
O Greis, im schönen Silberhaar,
Gott schenke Dir im neuen Hause
Noch viele, viele frohe Jahr!
Laß noch recht oft das Glöcklein klingen
In’s stille Tal zur Abendruh,
Bis endlich Engelstimmen singen:
Komm’, Ivo, komm’, nun ruh auch Du!

Mitte der 1880er Jahre zur Einweihung der neuen Klause gedichtet vom Studenten Michael Möhrlein, Lehrerssohn
aus Schönbrunn bei Staffelstein, der später als Richter, zuletzt bis 1933 als Rat beim Oberlandesgericht
München wirkte. (Quelle: Stadtarchiv Bad Staffelstein )