Grüß Gott!

Neuigkeiten und Wissenswertes vom Obermain

Staffelberg – Bad Staffelstein

Wissenswertes über den “heiligen Berg der Franken”

Staffelberg heute…

Der Weg zum Staffelberg ist von allen Himmelsrichtungen aus möglich. Der bekannteste ist dabei sicherlich der Wanderparkplatz Staffelberg Romansthal.
Weitere gute Parkplätze gibt es in Loffeld, Vierzehnheiligen und Uetzing.

” Zum heilgen Veit von Staffelstein komm ich emporgestiegen Und seh die Lande um den Main Zu meinen Füßen liegen: Von Bamberg bis zum Grabfeldgau Umrahmen Berg und Hügel Die breite, stromdurchglänzte Au. Ich wollt, mir wüchsen Flügel! Valleri, vallera, valleri, vallera, Ich wollt, mir wüchsen Flügel!”

“Wir müssen draussen bleiben” steht auf dem Schild.

Das gilt aber nicht für den Staffelberg, sondern nur für die Staffelberg-Klause. Hunde sollten aber bitte auf dem Staffelberg an der Leine bleiben. Zu viele Gäste und Spaziergänger könnten sich gestört fühlen.

Fragt ein Hund den andern:
“Ich bin adelig ich heisse Arko vom Schlosshof. Bist du auch adelig?” Der andere: “Ja, ich heisse Runter vom Sofa!”

Das Frankenlied von Viktor von Scheffel (1859)

Wohlauf die Luft geht frisch und rein, wer lange sitzt muss rosten; den allerschönsten Sonnenschein lässt uns der Himmel kosten. Jetzt reicht mit Stab und Ordenskleid der fahrenden Scholaren, ich will zur schönen Sommerszeit ins Land der Franken fahren. Vallerie, vallera, vallerie, vallera ins Land der Franken fahren.

Der Wald steht grün, die Jagd geht gut, schwer ist das Korn geraten; Sie können auf des Maines Flut die Schiffe kaum verladen. Bald hebt sich auch das Herbsten an, die Kelter harrt des Weines; der Winzer Schutzherr Kilian beschert uns etwas Feines. Vallerie …

Wallfahrer ziehen durch das Tal mit fliegenden Standarten; hell grüßt ihr doppelter Choral den weiten Gottesgarten. Wie gerne wär´ ich mitgewallt, ihr Pfarr` wollt mich nicht haben. So musst ich seitwärts durch den Wald als räudig Schäflein traben. Vallerie …

Zum heil´gen Veit von Staffelstein komm` ich emporgestiegen und seh´ die Lande um den Main zu meinen Füßen liegen. Vom Bamberg bis zum Grabfeldgau umrahmen Berg und Hügel die breite, stromdurchglänzte Au – ich wollt´, mir wüchsen Flügel. Vallerie …

Einsiedelmann ist nicht zu Haus, dieweil es Zeit zu mähen; ich seh´ ihn an der Halde drauss bei einer Schnittrin stehen. Verfahrner Schüler Stoßgebet heißt: Herr, gib uns zu trinken! Doch wer bei schöner Schnittrin steht; dem mag man lange winken. Vallerie ….

Einsiedel, das war missgetan, dass du dich hubst von hinnen! Es liegt, ich seh´s dem Keller an, ein guter Jahrgang drinnen. Hoiho! Die Pforten brech´ ich ein und trinke, was ich finde. Du heil´ger Veit von Staffelstein, verzeih mir Durst und Sünde. Vallerie …

Alle 2 Jahre – neue Fahne für den Staffelberg

Der fränkische Bund erneuert alle 2 Jahre die Frankenfahne auf dem Staffelberg.

Wie immer – verbunden mit einer gemeinsamen Staffelbergbesteigung, einem kleinen Festakt mit einer Showeinlage und ein anschließendes gemütliches Beisammensein mit dem fränkischen Liedermacher Gerd Backert.

Staffelberg Sagen und Märchen…

Links des Mains, dem Kloster Banz gegenüber, erhebt sich 800 Fuß über dem Wasserspiegel dieses Flusses der Staffelberg, die äußerste nördliche Spitze der großen südlichen Kalkgebirgskette, reich an Heilkräutern, starken Quellen und urweltlichen Wassertieren, teils in versteinertem Zustand, teils in Abdrucken des weichen Kalksteines. Auf seinem steilen sattelförmigen Rücken stand ehemals eine berühmte Wallfahrtskirche, die 1525 zerstört und 1653 wieder aufgebaut wurde. Jetzt stehen auf dem Staffelberg eine Kapelle, Wohnung eines Eremiten, und vier Kreuze, aufgepflanzt von den Bewohnern der umliegenden Dörfer. Eine seiner Steinhöhlen ist das Querkelesloch.

In dem Querkelesloch wohnten Querkelen, welche den Bäuerinnen die Klöße aus dem Topf nahmen. Wie dies die Bäuerinnen bemerkten, zählten sie die Klöße in den Topf. Die Querkelen wanderten nun aus und sagten, die Zeiten seien ihnen zu schlecht, weil die Klöße in den Topf gezählt würden. Bei dem Dorf Wiesen ließen sie sich über den Main führen und gaben zum Abschied den Rat: “Eßt Steinobst und Bimellen, so wird euch das Herz nicht schwellen!”

…oder so:
In der Querkeleshöhle des Staffelberges wohnten einst kleine Wesen, Querkele genannt. Sie waren hilfreich und freundlich zu jedermann. Bei den Menschen waren sie gern gesehene Gäste, denn sie verrichteten manche Arbeit, halfen bei Krankheiten und wussten Rat bei allen schwierigen Aufgaben. Am liebsten kamen die Querkel in die Dörfer an den Tagen, an denen die Bäuerinnen Klöße kochten. Denn die rohen Kartoffelklöße, heute noch eine fränkische Spezialität, waren das Leibgericht der kleinen Wichte. Weil Sie die Klöße gar zu gern aßen und nicht genug davon kriegen konnten, stahlen sie sich manchmal sogar einen aus dem Kochtopf. Die Frauen wussten dies und duldeten es stillschweigend, hatten sie doch auch manchen Vorteil von den Querkeln. Eine geizige Bauersfrau aber gönnte den Querkeln die Gabe nicht und so zählte sie ihre Klöße ab, ehe sie in den Topf eingelegt wurden. Die Querkele merkten dies sogleich und blieben den menschlichen Wohnungen fern. Eines Tages hörte man ein Wehklagen vom Staffelberg her und in der gleichen Nacht zogen die guten Zwerge vom Staffelberg fort. Sie verließen mit Sack und Pack ihren Berg und zogen hin zum Maintal. Als sie bei Hausen das Mainufer erreichten, ließen sie sich vom Fährmann über den Fluss setzen. Sie zogen wortlos den Banzberg hinauf und wurden nie mehr gesehen.

Wo heute der Staffelberg in die Höhe ragt, war vor Jahrmillionen das große Jurameer. Das Wasser des Meeres ist zwar verschwunden, doch tief im Staffelberg ist ein großer See geblieben. In diesem unterirdischen Gewässer lebt ein riesengroßer Fisch. Er ist so groß, dass er seinen Schwanz im Maul halten muss, um im Berginnern Platz zu haben. Sollte den Fisch eines Tages die Kraft verlassen, so dass er den Schwanz loslassen müsste, würde dieser mit mächtiger Kraft den Berg zerschlagen. Das Wasser im Staffelberg aber würde das ganze Frankenland überfluten und in ein unheimliches Meer verwandeln, wie es einstmals war.

Tief im Innern des Staffelberges ist in einer unzugänglichen Höhle ein großer Schatz verborgen. Alle hundert Jahre öffnet sich zu mitternächtlicher Stunde an Johanni der Berg und gibt für eine Stunde den Weg zu den unterirdischen Räumen frei. Doch nur Sonntagskindern ist es möglich, das Berginnere zu schauen. Einmal wurde in einer solchen Nacht ein junger Schäfer durch ein donnerndes Dröhnen aufgeschreckt. Da er an einem Sonntag geboren war, konnte er den geöffneten Berg betreten. Angezogen und geblendet von den unermesslichen Reichtümern, die er vorfand, wurde er immer tiefer in den Berg gelockt. Ehe er sich seine Taschen voll Gold und Edelsteine stopfen konnte, war die kurze Frist von einer Stunde verstrichen. Mit einem Dröhnen schloss sich der Berg wieder und versperrte dem Schäfer den Weg ins Freie. Hundert Jahre lang musste er warten, bis sich der Berg wieder öffnete. Als alter Mann verließ er diese Stätte, seine Taschen leer, er brauchte keine Reichtümer mehr.

Im Dreißigjährigen Krieg war die Kapelle zerstört worden. Später postierte man Bauern auf dem Plateau, um dieses gegen die Schweden zu schützen. In der Kirchenruine kamen die Bauern auf die Idee, Schießübungen zu veranstalten. Einer von ihnen markierte mit der Lanze den Punkt an der Wand, auf den sie schießen müßten. Doch bevor sie das frevlerische Werk tun konnten, trat eine Klosterfrau durch das noch stehende Portal und drohte mit dem Finger. Langsam durchschritt die Nonne das Kirchenschiff und tauchte durch die Kapellenwand und war verschwunden. Es mußte die Heilige Adelgunde selbst gewesen sein, die die Bauern gewarnt hatte, sich nicht zu versündigen. Aufgrund dieser Erscheinung wurde auch die Kirche bald wieder aufgebaut.

Als besondere Schwierigkeit beim Bau der Kapelle erwies sich, dass man Baumaterialien wie Sand und Wasser erst vom Tal auf den Berg transportieren musste. Da fiel es einem Maurer auf, dass häufig eine Rabe zur Baustelle kam, der aus seinem Schnabel Sand rieseln ließ. Der neugierige Arbeiter folgte unbemerkt dem Vogel und beobachtete, dass dieser in das Querkelesloch flog. Als der Mann nachforschte, fand er am Boden der Höhle Dolomitsand. Wegen dieses Sandvorkommens konnte man sich den mühsamen Transport vom Maintal herauf ersparen. Als Dank für die Hilfe des Raben malte man sein Bild über die seitliche Eingangstür der Kapelle.

Staffelberg in längst vergangenen Tagen…

Das Frankenlied von Viktor von Scheffel (1859) war nicht das erste Frankenlied!

Hans Philipp Werner Freiherr von und zu Aufseß (1801 – 1872) hat 1841 ebenfalls ein Frankenlied geschrieben.

Hans Philipp Werner Freiherr von und zu Aufseß wurde als Altertumsforscher und Gründer des Germanischen Museums (heute Germanisches Nationalmuseum) in Nürnberg bekannt.

Sag an, was ist das Frankenland, durch alte Mären weit bekannt? Wer will mir weisen wo es liegt, das Land, das nie ein Feind besiegt, das nach der Freiheit wird benannt? Sag an: wo liegt das Frankenland?

O Schau hin, – dort liegt das Land, wornach dein Sehen so entbrannt; Sieh, dort wo hohe Wipfel weh`n, da mitten in`n die Felsen steh`n. Und drunten, leicht, auf klarer Well`, das Schifflein gleitet hin so schnell.

Sieh`, dort auf Bergen Schlösser hoch, wo hauset mancher Ritter noch, dort unten Städte reich und schön, worin so frey die Bürger gehn! Ja unser schönes Frankenland, das soll dir werden gut bekannt.

Dort siehst du stolze Dome noch, wie ehemals prangen hehr und hoch; Und alte Kunst und alte Kraft, wie sonst, noch vieles Gute schafft; Ja unser gutes Frankenland, das soll dir werden recht bekannt.

Da glüht an edler Reb`der Wein, so perlend Klar, wie Gold so fein; In vollem Glase schäumt das Bier, und Wasser selbst gibt Heilung dir; Der Erde Grund bringt blankes Erz, nun sprich, was wünschet mehr dein Herz?

Ja Eins, das Beste noch dabey; der Franken Herz bleibt immer treu Dein großen deutschen Bruderbund, d`rum auf! und trinkt mit mir die Rund;

Auf`s Frankenwohl, auf`s Frankenwohl;
Auf aller deutschen Brüder Wohl!

Die Heilige Adelgundis schwebt auf einer Wolke über dem Dreigestirn Vierzehnheiligen, Kloster Banz, Staffelberg und der Stadt Staffelstein.

Die Abbildung diente als Titelbild in einem Gebetbuch aus dem Jahre 1816.

Wahrscheinlich wandelten Missionare im 7. Jahrhundert eine heidnische Kultstätte in ein Heiligtum für die hl. Adelgundis um, woraus sich im Mittelalter eine bedeutende Wallfahrtstätte entwickelte.

Die wievielte Kapelle heute am Staffelberg steht, läßt sich nicht sagen.

Jedenfalls wurde der mittelalterliche Vorgängerbau 1525 im auernkrieg zerstört. Der Wiederaufbau erfolgt erst in der Mitte des 17. Jahrhunderts.

Dies führte auch zu einer Wiederbelebung der Wallfahrt auf den Staffelberg. Über die Jahrhunderte wurde die Kapelle von den Eremiten behütet und betreut.

Noch heute pilgern viele Adelgundisverehrer und Besucher des Heiligen Grabes auf den Staffelberg.

2. Weltkrieg – Flugzeugabsturz auf dem Staffelberg, 1936

Eine kleine Senke zeugt noch heute vom Unglück
Etliche Details des Flugzeugabsturzes 1936 auf dem Staffelberg liegen noch im Dunkeln.

Beim Absturz eines deutschen Militärflugzeugs auf dem Staffelbergplateau am 13. Januar 1936 kamen vier Menschen ums Leben. Das Schicksal eine sfünften Insassen ist noch immer ungeklärt. Fakten über den Absturz sind nur spärlich vorhanden, Zeitzeugen n icht mehr zu ermitteln.

Eine Junkers W 34 – ein Flugzeug dieses Typ stürzte am 13. Januar 1936 auf dem Staffelberg ab.
Gestützt auf die Archivalien von Wolfgang Seidlitz lässt sich folgendes über den Absturz des einmotorigen Militärflugzeugs sagen: Die Maschine, wahrscheinlich eine einmotorige Junkers W34, gehörte der dritten Staffel des Kampfgeschwaders 455 an, das in Giebelstadt bei Würzburg stationiert war und das damals noch (bis 1. Juni 1936) aus Gründen der Verschleierung den Namen “Fliegergruppe Giebelstadt” trug. Geschwaderkomodore war 1936/37 Oberst Otto Deßloch, der in Bramberg bei Ebern geboren ist.

Wo das Flugzeug an diesem Morgen gestartet war, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Nur vage und auf Gerüchte gstützt, kann die mögliche Flugroute herausgefunden werden: Aufgrund der nach dem Absturz gefundenen Koffer mit Ballkleidern vermutet man, dass die Besatzung von Berlin nach München zu einem Faschingsball unterwegs gewesen sein könnte.

An jenem Montag, 13. Januar 1936, war die Welt in dichten Nebel gehüllt. Die Flugzeuge der gerade erst ins Leben gerufenen deutschen Luftwaffe hatten längst noch keinen Radar an Bord. Die Piloten mussten auf Sicht fliegen. Und genau das wurde dem Piloten der Junkers W 34, dem 27-jährigen Hauptmann Wolf Freiherr von Gültlingen, und seinen vier Passagieren zum Verhängnis. Der Pilot war wohl sehr tief geflogen, um sich an der Topographie, an Flussläufen, Straßen und Städten zu orientieren. Ein Zeitzeuge, der bei der Bergung der Opfer geholfen hatte, gab zudem zu Protokoll, dass der Höhenmesser des Flugzeugs eingefroren gewesen sein muss.

Motorblock abgerissen
Den Aussagen mehrerer Zeitzeugen zufolge, die das laute Krachen gehört hatten und von Romansthal aus auf den Staffelberg geeilt waren, ergibt sich folgendes Bild vom Unfallhergang und der Bergungsaktion: Die Junkers W 34 war offenbar sehr tief geflogen und in voller Fahrt mit dem Bergmassiv kollidiert. Beim Aufprall wurde der Motorblock abgerissen und stürzte den Hang hinab. Das Flugzeug schlitterte auf dem Plateau weiter und blieb dort zertrümmert liegen. Als die Helfer eintrafen, fanden sie die weit verstreut liegenden Trümmer vor – und drei herausgeschleuderte, teils verstümmelte Personen.

Im Wrack selbst waren zwei Personen eingeklemmt, die nur noch tot geborgen werden konnten. Die beiden Toten, Hauptmann Wolf von Gültlingen und der 23-jährige Leutnant Rudolf Scharnier (dieser Name ist nicht mit letzter Sicherheit verbürgt), wurden zunächst in der Adelgundiskapelle aufgebahrt. Ärzte und Sanitäter, die zum Unfallort gerufen worden waren, kümmerten sich um die Erstversorgung der 3 Verletzen, bevor man diese auf Tragen nach Romansthal brachte und von hier aus mit Krankenwagen ins Lichtenfelser Elisabethen-Spital transportierte. Dort starb noch am 13. Januar der 26-jährige Unteroffizier Peter Zapf. Am 16. Januar erlag der 25-jährige Leutnant Karl Hermann Kurt von Plüskow seinen schweren Verletzungen.

Der Name und das Schicksal des fünften Passagiers, der wahrscheinlich überlebt hat, bleiben bis heute im Dunkel der Geschichte.

Das Gelände um den Staffelberg war in den folgenden Tagen zum militärischen Sicherheitsbereich erklärt worden. Es sei sehr schwer gewesen, die Trümmer abzutransportieren, gaben Zeitzeugen zu Protokoll, denn zu jener zeit gab es noch keine Straße, die zum Plateau hinauf führte. Die Reste der W 34 mussten zerlegt und mühevoll auf Fußwegen weggetragen werden. Einige Bauern beteiligten sich mit Ochsenkarren an der Bergungsaktion. In Romansthal verlud man die Trümmer dann auf Lastwagen und schaffte sie fort.

Während vom Flugzeugwrack nur ein sehr unscharfes Bild existiert, gibt es von der Trauerfeier, die einige Tage später auf dem Fliegerhorst Giebelstadt veranstaltet wurde, mehrere Schwarzweißaufnahmen. Diese Bilder zeigen die Särge der verunglückten Soldaten in einem Hangar sowie die angetretene Ehrenkompanie und das Salutschießen. Die Fotos wurden von dem Unteroffizier Obermier gemacht, der zur Horstkompanie Giebelstadt gehörte.

Mühsame Recherche

Wolfgang Seidlitz versuchte in den vergangenen Jahren, Licht ins Dunkel zu bringen und schrieb verschiedene zivile und militärische Dienststellen sowie Verwandte der Verunglückten an. Der Erfolg war jedoch äußerst dürftig. Aus dem Firmenarchiv der Lufthansa erhielt er die folgende Auskunft:

Die in Rede stehende W 34 war sicher kein Lufthansa-Flugzeug. Ein entsprechender Totalverlust taucht in unseren Akten nicht auf.

Allerdings sei auch in den Nachrichten für Luftfahrer kein Abgang mit einer “D-O…”-Kennung für die ersten Monate 1936 zu finden. Erst im Juni 1936 tauche eine “D-ODIX” als zerstört auf.

Wolf Freiherr von Gültlingen aus Fürth schrieb an Seidlitz: “Der abgestürzte Hauptmann Wolf Frhr. v. Gültlingen war der Bruder unseres Vaters. Leider bin ich nicht in der Lage, Ihnen über die bekannten Informationen noch weitere zur Aufklärung des Unglücks zu geben. Unsere Eltern sind leider beide verstorben. Auch im Gespräch mit meinem Bruder, Dr. Axel Frhr. v. Gültlingen, konnten wir keine weiteren Erläuterungen finden.”

Jürgen von Plüskow aus Bonn schrieb: “Der bei dem mysteriösem Flugzeugabsturz ums Leben gekommene Leutnant Karl Hermann Kurt von Plüskow ist ein entferneter Onkel von mir. Er hatte noch einen Bruder, der 1940 als Kommandeur eines Panzer-Regiments gefallen ist. Sein Vater und Großvater waren gleichfalls Offiziere, ersterer unter anderem im 1. Garde-Regiment zu Fuß als Kompaniechef, der andere war am Ende seiner Laufbahn kgl. preußischer Generalleutnant. Aus der Linie des verunglückten Leutnants lebt ein Neffe, Kurt v. Plüskow, Sohn des erwähnten Panzerofiziers, in der Nähe von Karlsruhe. Der Hergang des Flugzeugabsturzes sei ihm nicht bekannt gewesen. Beim Lesen der übersandten Informationen sei ihm als ehemaligem Heeresoffizier “mehrfach in den Sinn gekommen, daß die Luftwaffe sich wohl immer treu bleiben wird (Flug zum Fasching!)”.

Kleine Senke am Unfallort

Wer heute den Staffelberg besucht, kann die Absturzstelle noch lokalisieren: Auf dem Plateau, etwa in der Mitte zwischen Adelgundiskapelle und Felsenkrone, ist eine kleine Senke feststellbar, die mit kleinen Bäumen und Büschen bewachsen ist.

Mit freundlicher Genehmigung:
Matthias Einwag – Fotos: Archiv Seidlitz

Im mittelalterlichen Staffelstein spielte Wein eine wichtige Rolle – Heute noch finden sich Spuren davon.

Dass der Weinbau in Staffelstein einst eine wichtige Rolle gespielt hat, dürfte heute kaum jemandem bekannt sein. Später gewann jedoch das Bierbrauen immer mehr die Oberhand. Die Entwicklung “vom Wein zum Bier” schildert eine Serie im FT, deren einzelne Folgen in loser Reihenfolge erscheinen.

Das wirtschaftliche Lebenselexier von Staffelstein – ebenso wie in manch anderer Kleinstadt – war in der frühen Neuzeit das Bier. Denn kaum ein Bürger konnte allein von seinem Handwerk, von der Landwirtschaft, vom Handel oder von seinem Vermögen leben. Der typische Bürger hatte, wie man heute sagen würde, ein „Patchwork-Einkommen“, zusammengesetzt aus Handwerk, Landwirtschaft, Handel – und der Produktion und dem Ausschank von Bier. Auch für die Obrigkeit war Bier von hoher Bedeutung wegen der indirekten Biersteuer, dem Umgeld oder Ungeld. Im mittelalterlichen Staffelstein hatte, neben Bier, auch Wein noch eine wichtige Rolle gespielt. Im 15. Jahrhundert hatte in Staffelstein sogar eine Urbani-Bruderschaft bestanden, eine Zunft und religiöse Fraternität der Weinhäcker. (Scheffel irrte nicht nur hinsichtlich Adelgundis, sondern auch in Bezug auf „der Winzer Schutzherr“: Das war nämlich nicht Kilian, sondern der heilige Urban).

Vom 16. Jahrhundert an verlor der Weinbau am Staffelberg immer mehr an Bedeutung, um dann im späten 19. Jahrhundert in die Bedeutungslosigkeit abzusinken. 1893 meldete das Staffelsteiner Tagblatt: Infolge der ungünstigen Witterungsverhältnisse wurde in den letzten Jahren am Staffelberg sehr wenig Wein gebaut. Die viele Mühe und Arbeit war umsonst, weshalb manche Weinbauern von Horsdorf die Lust daran verloren und sich nicht weiter damit beschäftigten. Diese haben die betreffenden Grundstücke zumeist mit Obstbäumen besetzt.

Das Ende des Weinbaus

Wenige Jahrzehnte später verschwand der Weinbau vollends. 1938 berichtete der in Horsdorf geborene Ferdinand Geldner (1902–1989) über das Ende des Weinbaus im Staffelsteiner Land: „im Herbst 1925 reiften die letzten Trauben am Staffelberg gut aus und im Winter 1927/28 wurde hier der letzte Weinberg ausgehauen“ (Die heutigen Weinberge bei Horsdorf sind Neuanlagen der Fünfziger Jahre). Ende der 1930-er Jahre fand man bloß noch Spuren des einstigen Weinbaus: „Heute sind die schweren hölzernen Keltern, die noch um 1870 zahlreich vorhanden waren, alle zerschlagen und die grünseidene Zunftfahne lehnt verstaubt in einem Winkel, aber ein Wirtshaus in Staffelstein zeigt immer noch das Schild der ehemaligen Häckerzunft, man kennt noch den Platz der Wächterhütten, sieht noch am Südabhang des Staffelberges die alten Weinbergterrassen und die in Stein gehauenen traubenschweren Reben an den Bildstöcken“. Klimaverschlechterungen, Wandlungen im Geschmack und Krisenzeiten wie der Dreißigjährige Krieg hatten den Rückgang des Weinanbaus beschleunigt. Spätestens seit dieser Zeit bildete Bier einen elementaren Erwerbszweig in der Stadt. Gebraut wurde es nicht in privaten Brauhäusern, die erst im 19. Jahrhundert aufkamen, sondern in einem Kommunbrauhaus.

Das 16. Jahrhundert über, wohl bis zum Dreißigjährigen Krieg, gab es in Staffelstein sogar zwei öffentliche Brauhäuser, und 1627 werden drei Darren für das Malz genannt. Die Braustätten gehörten dem Gotteshaus St. Kilian, modern gesagt: der Kirchenstiftung. Zwei Bürger, Ratsmitglieder zumeist, nahmen als Kirchenpfleger die Gebühren der Brauenden ein.

“Küfleins- und Kestelgeldt”

Im 18. Jahrhundert gelang es dem Stadtrat, das Brauhaus noch stärker unter seine Kuratel zu bringen. Als Anfang 1740 „das allhiesige Breuhauss so ruinos und baufällig“ war, dass „die höchste Noth erfordert, ein solches repariren zu lassen“, da war die Kirchenstiftung nicht in der Lage, die Maßnahme zu finanzieren, obwohl sie doch „von etligen Jähren hero das Küfleins- und Kestelgeldt“ einnehme – so hieß die Abgabe der Nutzer. Da der Eigentümer nicht imstande war, „solche Reparatur bestreiten zu können, als hat mann vor guth befundten, das künftighien ermeltes Küfleins- und Kestelgeldt dem Burgermeister-ambt zugelegt und bezahlt werden solle“. So sei es auch in der Vergangenheit schon einmal gehandhabt worden.

Da es nur zwei, später sogar bloß ein Brauhaus für die ganze Bürgerschaft gab, das jeder Bürger mit Hausbesitz nutzen durfte, waren Regelungen unumgänglich. Der Ablauf des Brauens wurde jährlich durch eine von Rat und Gemeinde verabschiedete Brauordnung geregelt. Wann der einzelne Bürger an der Reihe war, entschied offenbar das Los.

Diese alljährlichen Ordnungen sollten aber auch die Qualität des Bieres sichern. „Von eitel Gerste“ musste das Malz sein. Nur in Notzeiten wie dem Dreißigjährigen Krieg ließ der Stadtrat Ausnahmen zu; dann durfte die Gerste auch einmal mit Hafer oder Dinkel gestreckt werden. Oder als 1757 keine Gerste zu bekommen war, wurde mit Zustimmung des Domkapitels, das über Staffelstein Landesherr war, Bier aus reinem Hafermalz gebraut, das aber dann auch billiger abgegeben wurde. Übrigens unterschied sich damit unser Raum vom Markgraftum Kulmbach/Bayreuth, wo Haferbier Gang und Gebe war.

Den Hopfen fürs Brauen bezog man im Bambergischen, also auch in Staffelstein, aus Böhmen. Erst unter Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim (reg. 1757–1779) wurde ab 1767 der Hopfenanbau im Hochstift Bamberg gezielt gefördert, um von den Importen unabhängig zu werden. Bei Baunach und Weismain etwa wurden nun Hopfengärten angelegt. Um 1800 deckte das Fürstbistum seinen Bedarf beinahe schon selbst, im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde Oberfranken dann sogar Exportland für Hopfen.

Kostenträchtig war das Brauen durch den Energiebedarf, durch den Bedarf an Holz, gerade im späten 18. Jahrhundert, als die Obrigkeiten Holznot fürchteten, den Verkauf einschränkten und die Holzpreise daher stiegen.

Sparsamer Kessel

1791 überraschte einer der vier Bürgermeister den Stadtrat mit dem Vorschlag, dass er „einen Mauermeister in Bamberg nahmens Paals ausfindig gemachet hette, welcher die Wissenschafft habe, die Braukessel solcher Gestalten ein zu maueren, das man mit der Halbscheid des sonstig-gebrauchten Holtzes abzubrauen imstand seye; da um solches ein unendlicher Vortheil für die Burgerschafft bewähre, so könte man damit die Probe machen“. In der Tat beschloss das Gremium, es solle „damit, in Anbedragt des ohnehin so theuren Holtzes der Versuch gemachet werden“.

Wie das Ganze ausging, wissen wir allerdings nicht.

Mit freundlicher Genehmigung:
Prof. Dr. Günter Dippold.

Im Jahre 1932/33 begann eine Bamberger Gruppe mit dem Segelfliegen auf dem Staffelberg.

Gestartet wurde vom Plateau in Richtung Nordost. Ein Höhepunkt war die Taufe eines Segelflugzeuges am 12. August 1934.

Während des Krieges war ein Flugbetrieb nicht möglich. ERst 1952 starteten Segelflieger wieder zum Flug über das Maintal.

Nach einem Unfall wurde der Flugbetrieb eingestellt.

Mit freundlicher Genehmigung:
Herr Rektor a.D. Alfred Meixner | Bild: “Staffelstein und seine Dörfer”.

Über 1.500 Turner beteiligten sich im Jahre 1907 am Bergturnfest des südoberfränkischen Turnrats auf dem Staffelberg

Siegerkränze der Stadt Staffelstein gingen an Turner aus Bamberg und Leibzig.

Mit freundlicher Genehmigung:
Herr Rektor a.D. Alfred Meixner | Bild: Hermann Trütschel “Staffelstein und seine Dörfer”.

Als ein herausragendes Ereignis der Staffelsteiner Nachkriegsgeschichte kann der Erste Bayerische Landjugendtag im Sommer 1950 am Staffelberg angesehen werden.

Rund 10.000 Teilnehmer, darunter hohe Vertreter des Landes Bayern und der bäuerlichen Berufsorganisationen sowie Delegationen aus europäischen Nachbarländern, kamen nach Staffelstein.

Mit freundlicher Genehmigung:
Herr Rektor a.D. Alfred Meixner | Bild: Klaus Müller.

Staffelberg in noch viel früheren Zeiten…

Die Geschichte der Stadt Bad Staffelstein und ihrer Umgebung war bereits im frühen Altertum bedeutungsvoll.
Auf dem mehrere tausend Meter südöstlich der Stadt gelegenen Staffelberg waren bereits zur jüngeren Steinzeit, zur frühen Bronzezeit, zur Urnenfelder- und zur späten Hallsteinzeit, also vom 3. bis zum l. Jahrtausend v. chr. ‚ mit Unterbrechungen immer wieder neue Wohnplätze angelegt worden.

Staffelberg Menosgada Modell Heimatmuseum
Im 1. Jahrtausend wurde auf dem in das Maintal vorspringende Bergsporn eine große keltische Stadt errichtet, als deren Namen wohl “Menosgada” angenommen werden kann. Ihre Grundfläche war mit ungefähr 50 ha wesentlich größer als die des mittelalterlichen Staffelstein. Eine große 300 m lange Mauer mit vorgelegten Gruben riegelte das Gelände gegen die Hochfläche der Alb ab. “Menosgada” war die damalige keltische Hauptstadt am Obermain.

Die Stadt ging um Christi Geburt durch die germanische Einwanderung zugrunde. Kurzfristig entstand im Nordosten von Staffelstein eine neue Siedlung. Weitere vorübergehende Siedlungen sind vom 3. bis 6. Jh. bekannt geworden. Die ersten schriftlichen Nachweise setzen im Raum Staffelstein mit der ostfränkischen Ausbreitung um die Mitte des 8. Jh. ein. Es dürfte wahrscheinlich sein, dass der urkundlich und kirchengeschichtlich ausgewiesene Ort erst im 8. oder 9. Jh. entstanden ist.

Staffelstein bildete mit Bang einen karolingischen Reichsgutbezirk am Fuße des Staffelberges. Die frühmittelalterliche Besiedlung auf der Höhe des Banger Berges war etwa im 8. Jh. entstanden.

Ein Referat über den Staffelberg von Joshua – Kelten am Staffelberg
28. 10. 2005

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung
    Theoretischer Teil
  2. Hauptteil
    Aufbau des Staffelberges
    Das keltische Leben
    Kelten als Handwerker
    Kelten als Händler
    keltische Religion
    Feinde der Kelten
    berühmte Kelten
    Die Abwanderung der Kelten
    Das Erbe der Kelten
  3. Schluss
  4. (Exkursion um den Staffelberg, mit Bildern, Animationen und Filmen festgehalten)

1. Einleitung

Heute möchte ich meine Arbeit über die Kelten allgemein, und im besonderen über die Keltensiedlung auf dem Staffelberg vorstellen. Ich habe dieses Thema gewählt, da ich in der Umgebung des Staffelbergs wohne und ihn als ein sehr schönes Stück Heimat und als ein attraktives Ausflugsziel wertschätze. Die Wanderungen auf und um den Staffelberg herum, haben mein Interesse für die Kelten geweckt.

2. Haupteil

2.1. Einführung über die Kelten

Die Kelten nennen wir ein Volk, das zwischen 500 v. Chr. bis 500 n. Chr. in weiten Teilen Europas lebte. Zur Zeit ihrer größten Ausbreitung, besiedelten die Kelten ein Gebiet, das sich vom Norden Schottlands und dem Süden Portugals über ganz Europa bis hin zur Ukraine im Norden und bis nach Norditalien im Süden erstreckte. Kelten drangen sogar bis nach Kleinasien vor und siedelten sich in Galatien in dem Gebiet der heutigen Provinz Anatolien an. Unsere Heimat, das Maintal, insbesondere der Staffelberg, lag an einer der wichtigsten Handelstraßen der Kelten, die von Norditalien zur Nordsee führte. Die Festung auf dem und um dem Staffelberg hieß Menosgada, das heißt so viel wie;die Stadt am Fluß.

2.2. Aufbau des Staffelbergs

Die geniale Lage und Form des Staffelbergs machten ihn nicht nur zur einer sehr guten Festungsanlage sondern auch zu einem optimalen, überblickbaren Handelsstandpunkt. Auf dem Staffelberg gab es 2 Ringmauern, zum einem, eine auf dem Hochplateau, die eine Fläche von 3 Hektar umfasste und zum anderen, die Mauer, die die Unterstadt mit einer Fläche von 700 x 900m einschloss. Die Mauern waren im Schnitt 5,50 m hoch und 8 Meter breit, außerdem wurde vor der unteren Mauer ein 10 m breiter und 1 m tiefer Graben errichtet.

Für die 2 Mauern wurden 8000 Bäume gefällt und man benötigte 80.000 Tonnen Schutt. Die Mauern hatten insgesamt eine Länge von 2800 m. Außerdem gab es noch 2 sogenannte Zangentore, die sich jeweils im Südosten und im Nordwesten befanden. Diese Tore hatten eine geniale Verteidigungsform, denn sie waren so angelegt, dass die Gegner im Uhrzeigersinn die Aufgänge entlang hoch laufen mussten, um in die Festung einzudringen. Die Feinde mussten ihre rechte Seite mit dem Schild schützen und sich mit der linken, schwächeren Hand gegen die angreifenden Kelten zur Wehr setzen.

2.3.Das Leben der Kelten

Die Kelten lebten meist in Großfamilien, gemeinsam in einem Haus. Dieses Haus bestand aus einem Holzgebälk, mit einer ca.2 Meter hohen Lehmmauer und einem Schilfdach. Das Haus war ein einziger großer Raum, mit einer großen lichtspendenden Feuerstelle, die in der Mitte des Raumes stand. Die Familie arbeitete, aß und schlief in dem Haus. Bei der Versorgung der Familie musste jeder mithelfen, die Kinder und die Frauen mussten sich um das Getreide, Gemüse und um den Haushalt kümmern. Die Männer waren für die Jagd und den Schutz der Siedlung zuständig. Die Nahrung, die vorwiegend aus Getreide und Gemüse bestand, wurde innerhalb der Festung angebaut. Außerhalb des Hauses hielten sich die Kelten Nutztiere, wie Schweine und Hühner als Nahrung, Hunde als Wachtiere und Pferde und Ochsen als Lastentiere. Wasser bezogen die Kelten aus einer Wasserquelle, wie die Einwohner des Staffelbergs aus dem so genannten Himmelsteich, der sich im Südosten des Plateaus befand. Die keltischen Kinder gingen nicht in die Schule, denn sie lernten alles von ihren Eltern. Eine Schrift gab es nicht, nur für Verwaltungszwecke, die sie teilweise von anderen Völkern gelernt hatten. Als Kleidung trugen die Männer lange Pumphosen und langärmlige Hemden, die mit Mustern reichlich verziert waren. Die Frauen trugen mit einer Fibel befestigte, Kleider. Die Fibel ist eine bronzerne Brosche, die die Frauen als Schmuckstück trugen. Kelten spielten gerne Brettspiele, das beweisen gefundene Spielwürfel und Spielbretter.

2.4.Kelten als Handwerker

Kelten waren sehr begabte Handwerker und Künstler, was zahlreiche Funde belegen. Ihre größte Stärke war die Verarbeitung von Metallen, wie Gold, Silber, Bronze und Eisen. Rohes Eisen wurde in einem Schmelzofen zu Barren geschmolzen und zu Werkzeug, Waffen, Pferdegeschirr, Schmuck und anderen Gegenständen verarbeitet.

Es wurde zwar Münzprägewerkzeug wie Münzstempel und Münzen gefunden, aber man nimmt nicht an, das Münzen geprägt worden sind. Die Münzen stammen wahrscheinlich von Handelsgeschäften. Es wurde aber nicht nur Metall verarbeitet sondern auch Glas und Ton. Um 500 v. Chr. hatten die Kelten gelernt, Glas herzustellen, und wenig später gab es bereits die ersten Glas-Werkstätten. In diesen wurden Schmuck und Ornamente hergestellt. Die Kelten konnten jedoch kein Klarglas herstellen. In der Töpfer und Keramikkunst waren sie ebenfalls sehr begabt. Sie stellten Töpfe, Schüsseln und andere Dinge auf einer Töpfer-scheibe her und brannten sie in einem Ofen. Die keltische Kunst zeichnete sich durch fließende, geschwungene Linien und viele verzierte Ornamente aus. In einer keltischen Stadt gab es viele handwerkliche Berufe wie den Schmied, der hoch geachtet wurde, da er aus dem rohen Metall Waffen und Werkzeug herstellen konnte. Zu dem gab es noch den Gold- und Silberschmied, den Glaser und den Töpfer.

2.5.Kelten und Handel

Die Kelten verfügten über ein ausgedehntes Handelsnetz durch ganz Europa und bis in den Mittelmeerraum. Sie exportierten Sklaven, Pelze, Gold, Eisen, Nahrungsmittel und das bei den Römern beliebtes, auch als Delikatesse angesehenes, Pökelfleisch. Eingeführt wurden Wein, griechische und römische Gefäße, kostbarer Schmuck, Luxusgegenstände. Die nicht- vorhandene Metall -oder Edelmetallvorkommnisse auf dem Staffelberg, führten zur Einfuhr dieser Materialien aus anderen Ländern. Zwei der wichtigsten und begehrtesten Handelsgüter der Kelten waren Zinn, das man zur Verarbeitung von Bronze brauchte, und Salz. Unter den Händlern wurden nicht nur Waren getauscht sondern auch neue Ideen für die Töpferkunst oder auch für die Metallverarbeitung ausgetauscht .Die Kelten transportierten die Waren auf den Rücken ihrer Pferde oder auf Wägen und Schiffen auf den Flüssen, wie vor allem auf der Rhone und der Soane.

2.6.Die Religion der Kelten

Die Kelten waren ein sehr gläubiges Volk, das fest nach ein Leben nach dem Tod glaubte, und das für alles einen Gott oder eine Göttin hatte. Wir kennen die Namen von mehr als 400 Götter und Göttinnen, von denen mehrere Götter für eine Sache zuständig waren. Die wichtigsten waren zum Beispiel Cernunnos, der den Stamm schützen sollte oder auch Epona die Pferdegöttin und Sul den Gott der Quellen. Es gab aber auch heilige Tiere, wie den Eber wegen seiner Kraft und seinem Mut. Die Kelten verzierten Schilder und andere Gegenstände mit Darstellungen ihrer Götter. Auch der bei der Jagd nützliche Hund war ein solches Tier, ebenso der Hirsch und kleinere Geschöpfe wie Hase und Schlange, das Symbol der Heilkunst, und Vögel, wie der unheilbringende Rabe und der Schwan. Die keltischen Handwerker verehrten die Götter, in dem sie Votivgaben anfertigten das waren besonders schöne verzierte Gegenstände die sie den Göttern opferten, in dem sie sie in einen Fluss oder See warfen. Es wurden auch Menschenopfer dargebracht, dies waren meist Verbrecher oder auch in schlechten Zeiten junge Personen aus dem Stamm. Die Opfer wurden in Tempel oder in Opferschächten, die bis 40 Meter in die Erde reichten aufbewahrt. Wahrscheinlich sollte mit der Hilfe der Schächte eine möglichst nahe Verbindung zu den Göttern tief unter der Erde hergestellt werden. Bekannt ist, dass die Kelten an heiligen Orten – und in späterer Zeit auch in Tempeln eine Art Zeremonie abhielten, die die Götter erfreuen und die Menschen schützen sollten. Es gab viele heilige Stätten die von Kelten aufgesucht wurden um ihre Götter zu verehren. Zum Beispiel eine Quelle, eine ungewöhnliche Felsformation, eine Hügelgruppe oder, besonders häufig, eine Waldlichtung. Die Hüter der Religion waren die Druiden oder auch Druidinnen. Ein Druide musste 20 Lehrjahre absolvieren und wurde somit zugleich auch Richter und Priester. Die “zweitklassige” Ausbildung dauerte nur 12 Jahre, bei dieser wurde man Wahrsager und bei der “drittklassigen”, die nur 7 Jahre dauerte wurde man Barde. Als Richter mussten die Druiden über Verbrechen, Mord, Diebstahl, Streitigkeiten zwischen Stämmen oder ungeklärten Besitzverhältnissen richten. Die Druiden leiteten alle religiösen Rituale und Gottesdienste; außerdem vermittelten sie den Menschen die Geheimnisse des Himmels und die Macht der Götter. Ein Wahrsager las aus toten Tieren, was die Zukunft bringen wird, der Barde wiederum war ein Meister der Dichtkunst und sang zu seiner Leier Ruhmesgesänge. Die Bestattungen waren große Ereignisse. Vieles was wir über die Kelten wissen, beruht auf den Funden, die Archäologen in Gräbern gemacht haben. Die jüngsten Ausgrabungsfunde wurden vor 4 Jahren zwischen Grunfeld und Reundorf entdeckt. Vor 6 Jahren endeckte man auch ein großes Grab in Zapfendorf. Es gab 4 verschiedene Arten der Bestattung:

  • In Moorgräbern wurden die Toten meistens nach Hinrichtungen einfach in ein Moor bzw. Sumpf gelegt. Diese Gräber fand man meist in Irland, Schottland und in sumpfigen Gebieten. Die bekannteste Moorleiche ist der Lindow-Mann, der 1984 in der Nähe der englischen Stadt Manchester gefunden wurde. Das Torfmoor hatten seinen Körper erstaunlich gut bewahrt, sogar Haut und Fingernägel waren noch vorhanden. Dieser Mann wurde 100 n. Chr. hingerichtet und in ein Moor geworfen.
  • Brandbestattungen waren meist für das einfache Volk vorbehalten. Die Toten wurden mit Beigaben wie Brot, Wein, Fleisch und Geschirr für das Leben danach verbrannt und dann in Urnen bestattet. Man endeckte ganze Felder von über 100 Brandgräbern.
  • Die Hügelgräber wurden folgendermaßen errichtet: es wurde ein 2m tiefes und ca. 6-7m breites und langes Loch gegraben.

In dieses Loch kam eine ca. 1m breite und hohle Holzmauer, die dann mit Schutt ausgefüllt wurde. Den Boden legte man mit Holz aus. In ihm stand ein Wagen mit Wasser, Wein und Töpfen mit Lebensmitteln darauf. Der Tote lag auf einer sofaähnlichen Liege aufgebahrt, bei sich hatte er seine Waffen, seine Rüstung und er trug seine schönste Tracht. Sogar sein Pferd und sein Hund wurden ihm mit in sein Grab gelegt. Die Grabbeigaben dienten dem Toten für das Leben nach dem Tod. Das Grab wurde mit einem Holzdach verschlossen und anschließend schüttete man noch Steine und Erde manchmal bis zu einem 60 m hohen Hügel auf. Deshalb spricht man bei dieser Art Bestattung auch von Hügelgräberbestattung. Diese Hügelgräberbestattung wurde für ranghöhere Stammmitglieder zelebriert. Je höher der Grabhügel, desto höher der Rang des Verstorbenen. Diese Grabhügel wurden meist außerhalb der Festung errichtet. Viele Grabhügel fand man in der Nähe von Loffeld und in den Wäldern rund um den Staffelberg. Deshalb glauben auch viele Menschen das der Spitzberg, der nicht weit vom Staffelberg entfernt ist, ein rießiges Keltengrab ist. Wenn man seine unnatürliche Form betrachtet, erinnert er an ein solches Grab. Man wollte schon mit Ausgrabungen beginnen, doch sind Archäologen und Forscher der Ansicht, dass es, wenn es wirklich ein Keltengrab sein sollte, ein sehr gut erhaltenes Grab zerstören würde. So wurden die Ausgrabungsarbeiten gestoppt und man bleibt im Ungewissheit. Die Gräber haben alle einen vulkanartigen Trichter in der Spitze. Diese Trichter entstanden durch die Aushöhlung von Grabräubern, denn dadurch rutschte das Erdreich nach innen ab. Natürlich hatten auch viele Feste einen religiösen Hintergrund. Bei Festen kamen alle Stammesmitglieder näher zusammen und der Zusammenhalt wurde dadurch gestärkt. Feste feierten die Kelten bei den Wechseln der Jahreszeiten z.B. Samhain, denn da begann das keltische Neujahr. Das fiel auf den ersten November und der Vorabend von Samhain auf den 31. Oktober. Halloween hat seine Ursprünge bei den Kelten nicht wie vieler Orts angenommen wird, bei den Amerikanern. An diesem Abend mischten sich die Götter unter die Menschen und spielten ihnen grausame Streiche und nur die magischen Kräfte der Druiden konnten gegen die Gespenster aus der anderen Welt helfen. Ein weiteres, wichtiges Datum auf dem keltischen Kalender war der 1. Februar, Imbolic, Frühlingsanfang, zu dem trächtige Tiere wie Schafe und Kühe kurz vor der Geburt ihrer Lämmer und Kälber Milch zu produzieren begannen. Das dritte große Fest war Lughnasad, welches nach einem Gott benannt war. Es fand im Juli und August zum Erntebeginn statt und an diesem Fest gab es sportliche Wettkämpfe zwischen den Stämmen. Beltane ein weiteres Fest feierte man am ersten Mai zum Sommerbeginn. Zum Schutz der Nutztiere und der Ernten brachten die Kelten häufig auch Tier- und Menschenopfer ihren Göttern dar.

2.7. Feinde der Kelten

Die Römer waren wohl die größten Feinde der Kelten, obgleich sie in vielen Schlachten gemeinsam mit ihnen gegen andere Völker kämpften. Ja, manche Kelten wurden sogar zu Römern. Dann sprach man von romanisierten Kelten. Sie kleideten sich wie Legionäre, dienten dem römischen Volk und kassierten z.B. Steuern. Die Kelten leisteten den Römern viel Widerstand doch 58 v.Chr. eroberte Cäsar Gallien und drang bis nach England vor. Manche Kelten flohen in den Osten, andere blieben und dienten den Römern. Keltische Stämme bekriegten sich auch oft untereinander, meistens konnten die Druiden die Streitigkeiten klären, doch oft gab es jahrelangen Feindschaft und Totschlag zwischen zwei Stämmen. Weitere Feinde hatten die Kelten nicht, da sie einst ganz Europa beherrschten.

2.8. Berühmte Kelten

Wahrscheinlich war der berühmteste Kelte Vercingetorix. Auf die Dauer konnten die Kelten den Römern nicht standhalten. Zum einem war das disziplinierte römische Heer den wilden, wenn auch tapferen Stammeskriegern überlegen. Zum anderen waren die Kelten nie ein vereinigtes Volk; so kam es vor, dass ein Stamm sich mit den Römern gegen seine Nachbarn verbündete. In Gallien schaffte es Vercingetorix, der König der mächtigen Arvener, mehrere Stämme in einem Bündnis zu vereinen. Während sich Cäsar 54 v. Chr. in Britannien aufhielt, organisierte Vercingetorix einen Aufstand gegen die Römer. Es folgte ein zweijähriger Krieg, der mit großer Brutalität geführt wurde. Schließlich musste sich Vercingetorix in seine Festung Alesia zurückziehen und nach einer langen, heldenhaften Verteidigung kapitulieren. Auch eine berühmte Keltin war Boudicca.

Sie war die Witwe eines Königs der Ikener. Dieser vermachte seinen Besitz zur Hälfte seinen Töchtern und zur anderen Hälfte den Römern, aber diese wollten alles. Dagegen lehnte sich Boudicca auf. Auch viele andere Stämme hatten Grund, die Römer zu hassen, und Boudiccas Nachbarn, die Trinovanten, schlossen sich den Ikenern an. Boudiccas Krieger überfielen die wichtigsten Städte der Römer und brachten Tausende von Menschen um. Aber als das römische Hauptheer eintraf, wurden sie geschlagen, und Boudicca beging Selbstmord.

2.9. Die Abwanderung der Kelten

Die Überfälle der Wikinger im 9. und 10. Jahrhundert und die Eroberung Britanniens durch die Normannen 1066, trieben die Kelten in den Westen und Norden der Britischen Inseln zurück – nach Irland, Wales und Cornwall und in das schottische Hochland -, wo sie noch heute leben. So ging auch die Festung am Staffelberg unter.

2.10. Das Erbe der Kelten

Wir haben viel von den Kelten geerbt, wie auch die keltischen Sprachen. Es gibt ungefähr 2 Millionen Menschen, die nach wie vor eine der vier noch heute existierenden keltischen Sprachen beherrschen – Walisisch, Bretonisch, Irisches Gälisch und schottisches Gälisch. Aber nur 500. 000 Menschen benutzen sie noch als Alltagssprache. Damit diese Sprachen nicht völlig aussterben, unterrichtet man sie jetzt in Schulen. Die Hochlandschotten legen großen Wert auf ihre Traditionen, zu denen Dudelsack, Tänze, Schottenröcke, Haggis und bestimmte Sportarten gehören. Auch die Nachkommen von Hochlandschotten, die in anderen Weltgegenden leben, halten an diesen Traditionen fest. Schriftliche Aufzeichnungen hinterließen die Kelten nicht. Deshalb sind vieler ihrer Geheimnisse bis heute ungelöst. Eines von ihnen, das weiße Pferd, das in der Nähe von Uffington (England) in den Fels gemeißelt wurde, wird vermutlich nie entschlüsselt werden. Das etwa 110 Meter lange Pferd stammt aus der Zeit um 100 v. Chr. und ist nur aus der Luft zu erkennen. König Artus war zum Beispiel ein Nachkomme der Kelten, dessen Sagen im 5. bis 7. Jahrhundert beginnen. Wir wissen, dass keltische Stämme im 4. und 5. Jahrhundert ausgedehnte Wanderungen unternahmen. Zu einer zweiten großen Wanderungswelle kam es im 19. Jahrhundert, als Hunger und Armut Millionen von Iren und Schotten zwangen, ihre Heimat zu verlassen. Viele wanderten in die Vereinigten Staaten aus, aber auch Südamerika, Neuseeland und Australien wurden zu einer neuen Heimat. Keltische Feste wie Helloween, dem Vorabend von Samhain, feiert man noch heute.

3. Schluss

Nun wünsche ich mir, dass meine Facharbeit, über den Alltag, Leben, Religion, Sitten und Gebräuche der Kelten und die Besiedelung auf dem Staffelberg in meiner Heimat einen Einblick von dem Volk vermittelt, was vor unserer Zeit, in unserer Region lebte. Der praktische Teil meiner Facharbeit, die Power-Point- Präsentation, soll noch einmal die Festung Menosgada auf dem Staffelberg veranschaulichen.

In meiner Danksagung möchte ich besonders Herrn Doktor Abels erwähnen, denn ohne seine intensiven, archäologischen Forschungsarbeiten wüssten wir heute nur wenig über das keltische Volk und dessen Besiedelung in unserer Heimat. Großen Dank gilt auch Herrn Meixner, dem “Hüter” des Bad Staffelsteiner Heimatmuseums. Bedanken möchte ich mich auch noch bei meinen Eltern, meinen Opas und dem Internet.