sagen_querkeleLinks des Mains, dem Kloster Banz gegenüber, erhebt sich 800 Fuß über dem Wasserspiegel dieses Flusses der Staffelberg, die äußerste nördliche Spitze der großen südlichen Kalkgebirgskette, reich an Heilkräutern, starken Quellen und urweltlichen Wassertieren, teils in versteinertem Zustand, teils in Abdrucken des weichen Kalksteines. Auf seinem steilen sattelförmigen Rücken stand ehemals eine berühmte Wallfahrtskirche, die 1525 zerstört und 1653 wieder aufgebaut wurde. Jetzt stehen auf dem Staffelberg eine Kapelle, Wohnung eines Eremiten, und vier Kreuze, aufgepflanzt von den Bewohnern der umliegenden Dörfer. Eine seiner Steinhöhlen ist das Querkelesloch.

In dem Querkelesloch wohnten Querkelen, welche den Bäuerinnen die Klöße aus dem Topf nahmen. Wie dies die Bäuerinnen bemerkten, zählten sie die Klöße in den Topf. Die Querkelen wanderten nun aus und sagten, die Zeiten seien ihnen zu schlecht, weil die Klöße in den Topf gezählt würden. Bei dem Dorf Wiesen ließen sie sich über den Main führen und gaben zum Abschied den Rat: „Eßt Steinobst und Bimellen, so wird euch das Herz nicht schwellen!“

…oder so:

In der Querkeleshöhle des Staffelberges wohnten einst kleine Wesen, Querkele genannt. Sie waren hilfreich und freundlich zu jedermann. Bei den Menschen waren sie gern gesehene Gäste, denn sie verrichteten manche Arbeit, halfen bei Krankheiten und wussten Rat bei allen schwierigen Aufgaben. Am liebsten kamen die Querkel in die Dörfer an den Tagen, an denen die Bäuerinnen Klöße kochten. Denn die rohen Kartoffelklöße, heute noch eine fränkische Spezialität, waren das Leibgericht der kleinen Wichte. Weil Sie die Klöße gar zu gern aßen und nicht genug davon kriegen konnten, stahlen sie sich manchmal sogar einen aus dem Kochtopf. Die Frauen wussten dies und duldeten es stillschweigend, hatten sie doch auch manchen Vorteil von den Querkeln. Eine geizige Bauersfrau aber gönnte den Querkeln die Gabe nicht und so zählte sie ihre Klöße ab, ehe sie in den Topf eingelegt wurden. Die Querkele merkten dies sogleich und blieben den menschlichen Wohnungen fern. Eines Tages hörte man ein Wehklagen vom Staffelberg her und in der gleichen Nacht zogen die guten Zwerge vom Staffelberg fort. Sie verließen mit Sack und Pack ihren Berg und zogen hin zum Maintal. Als sie bei Hausen das Mainufer erreichten, ließen sie sich vom Fährmann über den Fluss setzen. Sie zogen wortlos den Banzberg hinauf und wurden nie mehr gesehen.

 

Und so könnte es auch gewesen sein: Thermen-Querkele

Bad Staffelstein hat es den Staffelberg Zwergen zu verdanken, dass Thermalsolwasser gefunden worden ist. Die Zwerge pinkelten auf die zu heißen, Bohrer als noch kein Wasser erreicht wurde..

 

zwerch