Der Staffelberg
Alles über den Berg der Franken
Der Staffelberg ist ein 539 Meter hoher Zeugenberg in Oberfranken, am nordwestlichen Rand der Fränkischen Schweiz und nur einen Katzensprung von Bad Staffelstein entfernt. „Berg der Franken" nennen ihn die Einheimischen, und wer einmal oben stand, versteht warum: Das Plateau liegt frei über dem Obermaintal, und der Blick reicht bei klarer Luft von den Haßbergen bis zur Rhön.
Zusammen mit Kloster Banz und der Basilika Vierzehnheiligen bildet er das „Dreigestirn" im sogenannten Gottesgarten — ein Begriff, den der Dichter Victor von Scheffel geprägt hat. Auch das Frankenlied besingt die Aussicht von hier oben.
Woher die Staffeln kommen
Seinen Namen verdankt der Berg seiner Form. Die Flanken steigen nicht gleichmäßig an, sondern in deutlich sichtbaren Stufen — den „Staffeln". Was wie eine gebaute Treppe wirkt, ist Geologie: Die Stufen zeichnen die Gesteinsschichtung aus der Jurazeit nach, weil harte und weiche Schichten unterschiedlich schnell verwittern.
Menosgada — die Keltenstadt auf dem Plateau
Das Hochplateau ist seit über 7000 Jahren von Menschen besiedelt. Seine größte Zeit hatte es in der Spätlatènezeit: Von etwa 150 bis 50 vor Christus stand hier ein keltisches Oppidum, also eine befestigte Stadt. Ihren Namen kennen wir vom griechischen Geografen Ptolemäus — **Menosgada**, was sich als „Mainstadt" deuten lässt.
Wie ernst es den Kelten mit dieser Stadt war, zeigte sich bei den Ausgrabungen von 2017 bis 2019. Freigelegt wurde ein Zangentor, eine trichterförmige Toranlage, die Angreifer in einen Engpass zwingt: 7,1 Meter breit und vermutlich rund 12,5 Meter hoch — eines der größten bekannten seiner Art. Wer heute über das Plateau geht, läuft über den Stadtgrundriss.
Kapelle, Kreuze und die Kirchweih seit 1663
Auf dem Gipfelplateau steht die Adelgundiskapelle. Zu ihr gehören vier Patriarchenkreuze aus der Zeit vor dem 9. Jahrhundert, die einst den Rechtsbezirk der Kapelle markierten. Gepflegt werden sie bis heute von den vier Nachbarorten Romansthal, Horsdorf, Loffeld und Stublang — jeder Ort hat sein Kreuz.
Seit 1663 findet jedes Jahr am ersten Sonntag im Juli die Staffelberg-Kirchweih statt: eine Prozession mit der Statue der heiligen Adelgunde, dazu Frühschoppen und Kerwes-Krapfen.
Die Frankenfahne auf dem Gipfel
Über dem Plateau weht die rot-weiße Frankenfahne mit dem Fränkischen Rechen. Die Tradition geht auf den Staffelsteiner Schreinermeister Alfons Röder zurück und wird seit 1999 vom Fränkischen Bund e.V. fortgeführt. Weil der Wind hier oben rau ist und keine Fahne ein ganzes Jahr übersteht, wird sie jedes Frühjahr feierlich erneuert.
Zwei Sagen, die man oben erzählt
In der Querkeleshöhle sollen die „Querkele“ wohnen, kleine zwergenhafte Berggeister. In ihrer Nähe, heißt es, sei man besser leise.
Die Sage vom Fisch im Berg erzählt von einem goldenen Fisch in einem verborgenen See im Inneren des Bergs. Als ein Fischer ihn aus Gier fangen wollte, verschwand der Fisch — und der See gleich mit. Eine Mahnung zur Bescheidenheit, wie sie fränkischer kaum sein könnte.
Die Wege hinauf
Auf den Staffelberg führen viele Wege, und keiner davon ist lang:
- Romansthal — der kürzeste: rund 1 Kilometer, 20 bis 30 Minuten über den alten Fahrweg und durch den Wald direkt aufs Plateau
- Loffeld — durchs Löwenthal
- Uetzing — über die Uetzicher Kappl beziehungsweise den „Alten Staffelberg“
- Horsdorf — am einzigen Weinberg des Südhangs vorbei
- Stublang — am Spitzberg vorbei
- Wolfsdorf — den Hasenweg entlang
- dazu die Aufstiege von Vierzehnheiligen und von Bad Staffelstein
Der Staffelberg ist ein geschütztes Naturdenkmal. Auf dem gesamten Gipfelplateau gilt striktes Fahrverbot für Autos, Fahrräder und E-Bikes — das letzte Stück ist reine Fußsache. Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung reichen aus; oben ist es meist windiger als im Tal, und weil der Gipfelbereich offen liegt, lohnt sich bei Sonne ein Sonnenschutz.
Zu jeder Jahreszeit ein anderer Berg
Im Frühling und Sommer gehören dem Staffelberg die weiten Aussichten, zur Sommersonnenwende im Juni wird es oben regelrecht mystisch. Im Herbst färbt sich das Maintal unter dem Plateau, und im Winter liegt der Gipfel als stille Schneefläche über dem Nebel.
Einkehr auf dem Gipfel
Auf dem Plateau liegt die Staffelbergklause. Sie ist ein eigenständiger Betrieb und gehört nicht zu diesem Projekt — für Öffnungszeiten und Karte schaut man am besten direkt auf deren eigener Seite oder bei Google Maps nach.
Das BR Fernsehen hat der Klause eine Folge der Reihe „Berghütten mit Marcus Fahn“ gewidmet; sie läuft am Freitag, 25. September 2026, um 19:30 Uhr und danach in der BR Mediathek.
Das digitale Gipfelbuch
Oben angekommen, kann man sich eintragen — im digitalen Gipfelbuch dieser Seite. Ein Eintrag ist nur möglich, wenn man wirklich auf dem Berg steht; das prüft die Seite über eine kurze Standortfreigabe, ohne ein Bewegungsprofil zu speichern. Lesen kann man die Einträge der anderen ebenfalls.
Und wer vorher etwas wissen will, fragt einfach den Berg selbst: „Frag den Berg“ ist der fränkische Chat dieser Seite — dafür muss man nicht einmal oben sein.